24.03.2008

Verbotene Trauer - Ende der deutschen Tabus

buchtipp


Verbotene Trauer - Ende der deutschen Tabus
Nun das Buch befasst sich in sachlichem, einfühlsamem, phasenweise lyrisch anmutendem, äusserst flüssig zu lesendem Schreibstil mit den Ereignissen zum Thema “Vertreibungen 1900 bis 1945″, sowie mit den damit verbundenen “Repressalien” (Vergewaltigung, Raub, Mord und dergleichen). Nicht zuletzt in ihm auch auf die übergreifenden Ereignisse rund um den WK2. (Zivil. - sowie Militär betreffend) ausführlich eingegangen wird.

Es beleuchtet sehr einfühlend die ineinander laufenden Mechanismen welche zur damaligen Zeit zu-Tage traten, und versucht erklärend verstehend an die Thematik heranzugehen. Dies tut es mit einer unabdingbaren Offenheit, aber ohne den Zeigefinger zu heben, und mit der “Du hast” - Formel oder anderen “Schuld-Zuweisungen” zu arbeiten. Der Anspruch welcher hier - wenn überhaupt - von ihm gestellt wird ist Aufklärung, und im erweiterten Sinn “Aufarbeitung” des Geschehenen. Mit Aufarbeitung ist letztlich die wichtige Trauer gemeint, diese (wiederrum) unabdingbar ist, um sich von “altem Ballast” zu lösen, um dann wirklich “unbefangen” die nächsten Schritte, Zukunft was auch immer … , in Angriff nehmen zu können.

Er spannt einen sehr weiten Bogen um Einsicht in die “Tabus” zu bekommen, was jetzt aber nicht heisst das er sich in der Darstellung Alliierter Kriegsverbrechen suhlt oder gar badet. Nein nein, wenn er diese erwähnt dann bringt er das was wichtig und so viel wie nötig, eben sachlich, ein. Denn ein sogenanntes “Aufrechnen” wird hier nicht praktiziert. Nein, hier findet Aufklärung als auch Reflexion auf “gehobenem” Niveau statt. Dies setzt voraus dass ich konstruktiv kritikfähig mir selbst, als auch anderen gegenüber bin. Und genau diesen Weg beschreitet Klaus Rainer Röhl in seinem 206 Seitigen, meiner Ansicht nach sehr empfehlenswerten Buch.

Über den Autor
Dr. Klaus Rainer Röhl, geboren 1928, wie sein Mitschüler Günter Grass Vertriebener aus Danzig. War Herausgeber der führenden linken Zeitschrift KONKRET. Von einem Parteigänger der Kommunisten, von denen er sich 1964 trennte, entwickelte sich Röhl zu einem engagierten Kritiker der sogenannten 68er und ihrer Nachwirkungen.”

Am 30. Oktober 2002 lies die FAZ (Franfurter-Allgemeine-Zeitung), folgendes verlauten:
” … demnach entstand nach 1968 ein linkes Gesinnungskartell, das die Meinungsführerschaft in Rundfunk und Fernsehen, Zeitschriften und Buchverlagen errungen hat und die deutsche Geschichte aus dem Blickwinkel der Frankfurter Schule zur Vorgeschichte des Holocaust umdeutet … Es müsse doch nach 57 Jahren erlaubt sein, auch unserer Toten zu gedenken.”

Am 1. Juni 2002 meinte rundy folgendes dazu:
” … Röhl wäre nicht Röhl, wenn er saft- und kraftlos neben dem Thema dahinschreiben würde. Er greift auf, was Millionen bewegt: Warum dürfen wir nicht um die Millionen deutschen Toten trauern, die Hitler in seinen totalen Wahnsinn trieb … ?”

Autor: Klaus R. Röhl
ISBN: 3800414236
Verlag: Universitas Verlag
Veröffentlichung: Mai 2002

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