1.05.2008

Biografie Michael Wittmann (Teil 2)

Biografie Michael Wittmann Teil 2

Bei Bjelgorod, Prochorowka und Charkow konnte Wittmann mit seinem Tiger an mehreren Tagen je
bis zu 15 Feindpanzer abschießen. Einmal gelangen ihm während einer heftigen Panzerschlacht
sogar nicht weniger als 30 Panzer- und 28 Pak-Abschüsse. Diese Erfolge wurden ähnlich genau
gezählt wie die Siege eines Jagdfliegers und mit weißen Abschussringen am Panzerrohr vermerkt.
Wittmann zeichnete sich immer wieder durch große Übersicht im Gefecht und überdurchschnittliches
panzertaktisches Können aus.
Während seines Einsatzes bei Kiew und Brussilov konnte Wittmann seine Vorgesetzten abermals
durch brillante Kampfführung und Tapferkeit im Gefecht überzeugen. Als er im Januar 1944 bei 66
Panzerabschüssen angelangt war, erhielt er das seit langem fällige Ritterkreuz verliehen, am Vortag
war er sogar namentlich im Wehrmachtsbericht genannt worden.
Seine Besatzung trug zu dieser Zeit bereits geschlossen das Eiserne Kreuz 1. Klasse und das
Panzerkampfabzeichen in Silber. Sein Richtschütze Oberscharführer Balthasar Woll erhielt später für
seinen Anteil an Wittmanns Erfolgen ebenfalls, und zwar als einziger Panzerrichtschütze des Krieges,
das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen. Woll fungierte wenig später übrigens auch als
Wittmanns Trauzeuge.Wenige Wochen nach Wittmann wurde auch dessen Kompaniechef,
Hauptsturmführer Kling, mit dem Ritterkreuz beliehen.
Kurz nach der Verleihung an Wittmann wurde die Division bei Sherepki in unerwartet heftige Gefechte
verwickelt.




Von mehreren russischen Panzerbrigaden attackiert, rückten alle verfügbaren Tiger ins
Gefecht ab. Am 13. Januar 1944 trat die ausgezeichnete 13. Kompanie, darunter der “Zug Wittmann”
zum Gegenangriff an. Bereits nach wenigen Minuten brannten zehn russische Panzer. Als Wittmann
am Mittag des 14.01.44 seinen bereits 16. Panzer in Folge vernichtete, reichte ihn sein
Divisionskommandeur Brigadeführer Wisch mit Nachdruck zum Eichenlaub ein - so erhielt der junge
Panzerkommandeur nur 17 Tage nach dem Ritterkreuz nun auch die nächsthöhere Stufe verliehen.
Aufgrund seiner großen Verdienste und seiner umsichtigen Führungseigenschaften übernahm
Wittmann im Frühjahr 1944 die 2. Kompanie der schweren SS-Panzerabteilung 501. Einer seiner
direkten Vorgesetzten war nun der hoch dekorierte Obersturmbannführer Jochen Peiper, einer der
bekanntesten Offiziere der Division. Die Tiger der Abteilung konnten sich im Verband der SS-
“Leibstandarte” besonders während den Schlachten im Raum Kamenez-Podolsk auszeichnen - hier
erzielte Obersturmführer (30.01.44) Wittmann wenig später seinen 100. Panzerabschuss an der
Ostfront. Hinter dem Schlachtflieger Major Rudel war Wittmann nun bereits der erfolgreichste
“Panzertöter” der Wehrmacht.





Als im Juni 1944 alliierte Truppen in der Normandie landeten, lag die “Leibstandarte” zusammen mit
der SS- “Das Reich” zur Auffrischung in Frankreich. Am 13. Juni trat die Division zum Angriff an.
Dieser Tag sollte der vielleicht größte von Michael Wittmann werden.
An diesem 13.06. stieß die aus Nordafrika berühmte 7. britische Panzerdivision im Gebiet von Villers-
Bocage in Richtung der linken Caen-Flanke vor. Die Vorhut bildete die kampferprobte 22.
Panzerbrigade sowie ein Panzergrenadierbataillon. Wittmanns Tiger stand gut getarnt unmittelbar
neben der Vormarschstraße in einem Waldstück. Ruhig und selbstsicher wie eh und je wartete der
Panzerkommandant auf den richtigen Moment anzugreifen - und zwar ohne jegliche Unterstützung,
denn dafür war keine Zeit mehr.
Als die feindliche Kolonne auf der Höhe des Tigers war, eröffnete Wittmann aus etwa 80 Metern
Entfernung das Feuer - der erste britische Schützenpanzer explodierte in einer Feuersäule. Dann ging
alles Schlag auf Schlag. Wittmann preschte aus seinem Versteck hervor, schwenkte auf die Straße
und feuerte in kurzen Abständen Granate um Granate gegen die aufgefädelten Fahrzeuge und
Panzer. Während sein routinierter Ladeschütze immer wieder blitzschnell nachlud, belegte der MGSchütze
die britischen Grenadiere mit Dauerfeuer.
Durch den Überraschungseffekt völlig überrumpelt, erwiderten die britischen Begleitpanzer erst spät
das Feuer - die starke Panzerung des Tigers und seine schnellen Manöver verhinderten aber
gefechtsentscheidende Schäden. Als sich Wittmann schließlich zurückzog, standen 25 britische
Panzer, Lastwagen und Spähfahrzeuge ausgebrannt auf der Straße. Die schwer angeschlagene
britische Brigade kehrte zur Division zurück - deren Kommandeur wollte es anfangs gar nicht glauben,
dass die deutsche “Angriffsmacht” aus nur einem einzigen Tiger bestanden hatte.
Als Wittmann - nun bereits von weiteren Tigern verstärkt - nach diesem Gefecht in Richtung der
Ortschaft fuhr, erhielt sein Tiger einen schweren Pak-Treffer in die Kette. Er und seine Mannschaft
gaben den bewegungsunfähigen Panzer auf und schlugen sich - quer durchs Gefechtsfeld - 15
Kilometer bis zur südlich stehenden Panzerlehrdivision (Bayerlein) durch. Ohne Pause führte
Wittmann danach sofort eine Panzerabteilung nach Villers-Bocage und stopfte die noch offene
Frontlücke. Nachrückende Infanterieeinheiten konnten am Schauplatz des Panzergefechtes
insgesamt 230, meist verwundete, britische Soldaten gefangen nehmen. Der angesehene
amerikanische Militärhistoriker und Kriegsveteran Charles E. White bezeichnete Wittmanns Angriff bei
Villers-Bocage Jahre nach dem Krieg als “eine der beeindruckendsten Heldentaten des gesamten
Krieges”.
Für die Abwehr des für die gesamte Caen-Front gefährlichen Panzerangriffes sowie insgesamt 131
Panzer- und 132 Pak-Abschüsse reichten die Division und das Korps Wittmann mit Nachdruck für die
Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub ein. Am 22. Juni 1944 erhielt der
Obersturmführer die Auszeichnung als 71. Soldat und einziger Panzerkommandant der Waffen SS
verliehen. Gleichzeitig wurde er für Tapferkeit vor dem Feind zum Hauptsturmführer befördert. Diese
Schwerterverleihung war die erste von insgesamt neun an der Invasionsfront.
Die nun von höchster Stelle angebotene Lehrverwendung an einer Panzertruppenschule lehnte
Wittmann jedoch ab und kehrte unmittelbar später zu seinem Elite-Regiment zurück.
Am 8. August 1944 führte Michael Wittmann einige Tiger zum Angriff gegen amerikanische Stellungen
bei Cintheaux. Nach einem Fernduell mit einigen Feindpanzern fuhr Wittmann, aus allen Rohren
feuernd, einem in der Flanke auftauchenden Sherman-Rudel des 1. Nordhampshire Garderegiments
entgegen. Dann verloren ihn die anderen Tiger-Kommandanten aus den Augen. Als er sich am Abend
des Tages noch immer nicht zurückgemeldet hatte, schickte die Division einen Suchtrupp los. Man
fand Wittmanns Tiger inmitten einer Reihe ausgebrannter Feindpanzer. Er war nach einem kurzen
Feuergefecht mit den britischen Shermans weiter nach Norden vorgestoßen und nach Überquerung
einer Hügelkette mitten in eine feindliche Übermacht hineingefahren.
Von drei Seiten eingeschlossen, wurde sein Tiger nach heftiger Gegenwehr schließlich völlig
zusammengeschossen. Kein Mitglied der hoch dekorierten Besatzung überlebte diesen Einsatz.
Einige seiner Kameraden meinten später, dass der Tiger vorher oder nachher auch noch von einer mit
Bordraketen bestückten “Typhoon” (brit. Jagdbomber) angegriffen worden sein könnte. Inklusive
seiner großen Erfolge an der Westfront hatte Hauptsturmführer Wittmann 138 Feindpanzer und 132
Pak-Geschütze abgeschossen.
Im Jahre 1983 wurden Wittmann und seine Besatzung aus ihrem Soldatengrab exhumiert und auf
dem Soldatenfriedhof La Cambe beigesetzt.

siehe auch : http://www.deutsche-armee.com/blog/index.php/2008/05/01/ss-hauptsturmfuhrer-michael-wittmann/

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

Ähnliche Beiträge

Kommentare

[...] Teil 2 : Biografie Teil 2 [...]

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien


Web Stats webrangliste.ch - Pagerank Anzeige ohne ToolbarGoogle PageRank Checking toolPagerankSuchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hitswww.pd81.net - Scripte und Dienste rund um Backlink und PRPorn Pagerank