“Jeder weiß dass Hitler im September 1939 Polen angegriffen hat, doch kaum einer weiß dass Polen schon im Jahre 1938 über 800 Quadratkilometer der Tschechoslowakei im Raume Zaolzie gegen den Willen Prags Prags besetzt hatte und damit halb Europa in Kriegstimmung versetzte” – heisst es in einer russischen Urkunde, welche der polnischen Regierung am Donnerstag zuging und einer gemeinsamen polnisch-russischen Kommission, die am Freitag in Warschau ihre Arbeit aufnehmen will, als Vorlage dienen soll. Hierin wird auch behauptet dass der Krieg mit Hitler nur deshalb ganze 5 Jahre gedauert habe, weil die polnische Exilregierung in London es abgelehnt hatte mit Stalin zusammenzuarbeiten. Die Urkunde umfasst 14 Vorwürfe gegen Polen die bis in das Jahr 1920 zurückführen als Polen tausendfach Verbrechen an russischen Kriegsgefangenen begangen haben soll. Polnische Medien, unter Führung des “Springer” Blattes “Dziennik” schreiben dass man durch den Kreml mit überwiegend geschichlichen Lügen konfrontiert werde um zu suggerieren dass in den Zeiten Lenins und Stalins nicht Polen die Opfer der Sowjets waren, sondern die Sowjets Opfer der Polen.
Die russischen Vorwürfe gegen Polen drehen sich in erster Linie um die Mitschuld an der Entfesselung des verheerenden II Weltkrieges. Die am Donnerstag eingegangene Urkunde aus Moskau hat die russisch-polnische Kommission schwer getroffen, denn schon am Tage darauf wollte man erstmals die Arbeit in harmonischer Stimmung aufnehmen, auch wenn die Schuld am Massaker von Katyn von Russland immer noch weitverbreitet geleugnet wird und erst vor wenigen Tagen ein russisches Gericht den Angehörigen von Opfern einen Laufpass erteilt hatte. Diese Kommission wurde gebildet um einen polnisch-russischen Vergleich für zu den schwersten Fragen der gemeinsamen Geschichte zu erstreben. Themen sind solche wie die Verbrechen von Katyn, dem Molotow-Ribbentrop-Pakt und der russischen Beteiligung an der Verhängung des Kriegszustandes 1981 in Polen. Keine dieser Fragen sind in der Urkunde aus Moskau vom Donnerstag aufgeführt, jedoch enthält diese auch die Forderung nach Aufklärung über die Rolle Polens bei der Gestaltung europäischer Bündnissysteme in den 20er und 30er Jahren.
Der Brief aus Russland versetzt den polnischen Historiker Andrzej Kunert in Erstaunen. Er und auch polnische Diplomaten bezeichnen dessen Inhalt als wertloses Geschreibsel ohne auch nur einem Schatten von Wahrheit und halten diese Aktion aus dem Kreml für die russische Vergeltung für das harte Verlangen Polens nach Aufrechnung in der Katyn Frage.
Es ist tatsächlich kaum bekannt dass Polens Armee am 1. Oktober 1938 ins tschechoslowakische Zaolzie einmarschiert war und eine Fläche von 801,5 Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von 227 399 Menschen zu polnischem Territorium machte. Grundlage für diese unter Kriegsdrohungen durchgeführten Aktion war das Münchner Abkommen das am 30. September 1938 von den Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und des Deutschen Reiches unterzeichnet worden war. Unter Vermittlung des italienischen Diktators Benito Mussolini, gaben der britische Premier Chamberlain und sein französischer Amtskollege Édouard Daladier mit dem Abkommen Adolf Hitler ihre Zustimmung zum Anschluss des Sudetenlandes. Polen sah dies zum Anlass sich auch einen Teil dieses Kuchens mit Rückendeckung aus Westeuropa einzuverleiben, was General Władysław Bortnowski dann auch, im Namen Polens, schon zwei Tage später umsetzte.
Aufgestöbert bei: http://polskaweb.eu/kreml-bezichtigt-polen-der-mitschuld-am-2.-weltkrieg.html
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