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Donaueschingen - Wär’s ein Märchenwald und wär’s ein Zaun aus Rosendornen, der hier wüchse, dann schliefe vermutlich Dornröschen ihren hundertjährigen Schlaf in dem Wald auf dem Buchberg. Doch es ist kein Märchen-, sondern der Stadtwald – und leider auch keine Hecke aus wild blühenden Rosen, heraufbeschworen von einer Hexe Fluch, sondern ein Stacheldraht des Militärs, der hier die Gemüter erhitzt.
Kein Märchenwald, aber doch eine unglaubliche Geschichte
Zuletzt war es Stadtrat Wolf Hockenjos, ein Forstmann, der sich über den mehrere hundert Meter langen Metallzaun auf dem Buchberg aufregte und diesem Ärger in der Gemeinderatssitzung am Dienstag Luft machte: Ein Zaun in einem Wald dürfe höchstens zeitweilig geduldet werden, nie und nimmer aber über einen so langen Zeitraum, so Hockenjos.
Die Stadtverwaltung versprach, sich mit dem Militär in Verbindung zu setzen, ließ aber auch durchblicken, dass dieses möglicherweise am längeren Hebel sitzt. Gestern hakte der Schwarzwälder Bote noch einmal bei der Stadtverwaltung nach, mit einem erstaunlichen Ergebnis: Der Zaun inklusive seines Stacheldrahtes, der ihn an einigen Stellen noch komplett macht, an anderen Stellen aber schon völlig verrostet auf dem Boden liegt, geht zurück auf die Deutsche Wehrmacht.
Wer baut, soll gefälligst auch zurück bauen.
Damals wurde der Stadtwald als militärische Sicherheitszone gepachtet. Das Militär nutzte das Gelände als Munitionslager. Nach dem Krieg wurde das Pachtverhältnis von dem französischen Militär in Donaueschingen übernommen und bereits vor Jahren wieder an die Stadt zurück gegeben – allerdings inklusive des mittlerweile völlig maroden und verrosteten Zauns.
Der Abbau wäre aufwändig. Betonfundamente und Eisenpfosten müssten abgesägt oder ausgegraben werden, und das über eine Länge von mehreren hundert Metern. Keine Arbeit, die die Stadt für das Militär tun will, und so setzt man auf das Verursacherprinzip: Wer baut, soll gefälligst auch zurück bauen.
Die Stadt bleibt dran
Das klingt zunächst simpel, doch seit Errichtung des Zauns sind Jahrzehnte verstrichen und niemand fühlt sich mehr verantwortlich. Und immer dann, wenn die Gespräche der Stadtverwaltung auf fruchtbaren Boden gefallen sind, nach unzähligen Treffen und dem Werben um Verständnis endlich eine Zusage vorlag, dass das Militär den Zaun abbauen werde, folgte der im zweijährigen Turnus stattfindende Führungswechsel in der Garnison und galt es plötzlich wieder von vorne zu beginnen und bei einem neuen Colonel um Verständnis zu werben. Die Stadt will dran bleiben.







































