28.09.2008

Ostgebiete - Gibt Polen Stettin zurück ?

Der polnischen Tageszeitung “Dziennik” aus dem Hause Axel Springer ist wieder einmal etwas eingefallen, was die Menschen in Polen in endlose Diskussionen über ein geplantes Reprivatisierungsgesetz treiben könnte. In ihrer Donnerstags-Ausgabe fragt sie deshalb in der Headline zu einem entsprechenden Artikel “Gibt Tusk den Deutschen Stettin zurück?” und begründet, dass ein Inkrafttreten des durch die Tusk Regierung vorgeschlagenen neuen Gesetzes zur Reprivatisierung und Vermögenserstattung dazu führen müsse, dass Polen die Stadt Stettin und alle umliegenden Gebiete westlich der Oder an Deutschland zurückzugeben habe, da diese laut Potsdamer Abkommen nicht zu Polen gehören sollten. Natürlich kommt bei “Dziennik” auch zu dieser historischen Frage wieder einmal der Historiker vom Nationalen Institut der Erinnerung (IPN) Dr. Bogdan Musial zu Wort, der da behauptet dass in einem Beschluss Stalins vom 20. Februar 1945 bereits von der polnischen Stadt Szczecin die Rede sei, was damit klar aufzeige, dass Stettin in Potsdam wohl vergessen worden war.



“Wenn das Reprivatisierungsgesetz kommt, hat Deutschland einen Anspruch auf Stettin” - warnt Dziennik. Und nach Ansicht des polnischen IPN ist es ein großer Fehler das neue Gesetz mit dem Hintergrund des Potsdamer Abkommens zu erlassen, da dies in der Tat automatisch dazu führe, dass eine Lawine von Anträgen auf Entschädigung, von Bürgern die ehemals in Stettin lebten, auf Polen zukommen würde. “Ein Reprivatisierungsgesetz in der Form wie von der Tusk Regierung vorgeschlagen öffnet die Tür für die Rückgabe der Stadt an Deutschland, oder für die Zahlung einer untragbaren Entschädigung” - schreibt “Dziennik”. Tatsächlich ist es so dass Polen nach dem Kriege nur die ehemals deutschen Gebiete östlich der Oder durch das Potsdamer Abkommen bis zu einem endgültigen Abkommen in Zusammenhang mit einem Friedensvertrag in Verwaltung nehmen durfte. Der Verlauf einer endgültigen Grenze wurde damit auch nicht genannt. Stettin liegt westlich der Oder. Der deutsche SPD Politiker Willi Brand hatte allerdings Am 7. Dezember 1970 in Warschau einen Vertrag mit Polen unterzeichnet, in dem er im Namen der Bundesrepublik Deutschland die Unverletzlichkeit der zu dieser Zeit noch vorläufigen polnischen Westgrenze garantierte.

Für Polen war die Großzügigkeit der deutschen SPD Regierung ein gigantische Vorweihnachtsgeschenk was man bis heute noch nicht so richtig nachvollziehen kann. Willi Brand bekam in diesem Zusammenhang dann auch umgehend die ersehnte Retourkutsche in Form des Friedens- Nobelpreises. Polen wird Stettin sicher auf keinen Fall restituieren, sondern immer freundlich auf das damalige Entgegenkommen einer gewählten deutschen Regierung verweisen, auch wenn man dabei lächeln muss, wie zur Zeit über Oskar Lafontaine und seiner Linken, welche behaupten, dass alle deutschen Milliardäre nicht legal reich gewordenen sein können und man diese enteigenen müsse. Die Linke in Deutschland zum Wohle der Rechten in Polen. Wer nach polnischem Verständnis Joschka Fischer, Kühnast und Lafontaine wählt bzw. gewählt hat, hat auch kein Recht sich z.B. über die Wahl der Kaczynski Brüder in Polen aufzuregen.


Video zeigt Stettin vor dem Kriege

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