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Fallschirmjäger

Fallschirmjäger sind der Teil der Luftlandetruppen einer Streitkraft, deren originäre Hauptaufgabe nach erfolgtem Absetzen der überwiegend infanteristische Kampf gegen feindliche Kräfte ist. Die Luftlandung kann mittels Fallschirmsprung oder Hubschraubern durchgeführt werden, wobei meist nur solche Einheiten als Fallschirmjäger bezeichnet werden, die tatsächlich dazu qualifiziert, ausgerüstet und (zumindest grundsätzlich) dazu bestimmt sind, mit einem Fallschirm ihr Zielgebiet erreichen zu können.

In vielen Armeen bildet die Fallschirmjägertruppe eine eigene Truppengattung innerhalb der Infanterie des Heeres. Im deutschen Heer bilden die Fallschirmjäger eine eigene Truppengattung innerhalb des zu den Kampftruppen zählenden Truppengattungsverbundes der Infanterie. Verwandt mit den Fallschirmjägern sind andere luftbewegliche Kampftruppen, die organischer Teil anderer Truppengattungen, aller Teilstreitkräfte oder militärischer Organisationsbereiche sein können.

Kampfschwimmer und Angehörige anderer Spezialeinheiten (wie z.B. das Kommando Spezialkräfte), die ebenfalls eine Fallschirmsprungausbildung haben und durch Absetzen mit dem Fallschirm ihren Einsatzort erreichen können, gelten nach dem Selbstverständnis der Fallschirmjäger nicht als Fallschirmjäger und umgekehrt.




Bedingt durch den hohen Korpsgeist der Fallschirmjäger und die in den meisten Armeen geforderte Freiwilligkeit des Fallschirmsprungs werden die Fallschirmjägerverbände in den meisten Armeen als Einheiten mit Elitecharakter angesehen oder haben zumindest ein entsprechendes Selbstverständnis.


Fallschirmjaeger Medley

Wehrmacht
Deutscher Fallschirmjäger vor Absprung aus Ju52
Deutsche Soldaten im Flugzeug vor dem Absprung über Kreta
Deutsche Fallschirmjäger während der Operation ShingleDer deutschen Wehrmacht wurde der Erfolg der sowjetischen Fallschirmjägertruppe bekannt, und sie baute eine solche selbst auf. Die Rekrutierung erfolgte in der Wehrmacht sehr elitär. So wurden in der Anfangsphase des Aufbaus nur Soldaten als Fallschirmjäger eingesetzt, die sich zuvor als Infanterist bewährt hatten. Die Ausbildung war langwierig und hart, schuf aber eine Truppe, die durch bestmögliche infanteristische Fähigkeiten gekennzeichnet war. Am 29. Januar 1936 wurde in Stendal die erste deutsche Fallschirmjägertruppe gegründet. Auf dem Fliegerhorst Stendal-Borstel befand sich in der Folge die erste deutsche Fallschirmjägerschule sowie der Standort des Fallschirmjägerregiments 1. Der erste Einsatz im Zweiten Weltkrieg war die Errichtung eines Brückenkopfes in Norwegen am 9. April 1940. Im Westfeldzug eroberten deutsche Fallschirmjäger das belgische Fort Eben-Emael und ermöglichten so den Durchbruch nach Frankreich. Die letzte große deutsche Luftlandeoperation des Zweiten Weltkrieges sollte die Luftlandeschlacht um Kreta sein. Nach dem Erfolg dieser „Operation Merkur“, der allerdings mit sehr hohen Verlusten erkauft war, wurde die geplante Einnahme Maltas durch Luftlandetruppen nicht mehr durchgeführt. Hitler persönlich verbot weitere große Luftlandeoperationen.

Nach der Eroberung Kretas kam es zu „Sühnemaßnahmen“ an der Zivilbevölkerung, so beim Massaker von Kondomari. Auch an anderen Kriegsschauplätzen waren Fallschirmjäger an sogenannter Partisanenbekämpfung beteiligt. Vor Gerichten wird zum Teil heute immer noch um Entschädigungen Deutschlands für diese Hinrichtungen gestritten. Fallschirmjäger haben damals nicht nur Zivilisten getötet, sondern teilweise auch (weibliche) Geiseln aus der Zivilbevölkerung genommen, um sie bei Transporten mitzuführen, in der Hoffnung, so vor Anschlägen von Partisanen sicher zu sein. [1]

Die deutschen Fallschirmjäger wurden in der Folge an vielen Brennpunkten des Krieges als Elitetruppe im infanteristischen Einsatz verwendet. Besonders bekannt wurde die Schlacht um Monte Cassino in Italien 1944, bei der die deutsche Wehrmacht unter maßgeblicher Beteiligung der Fallschirmjägertruppe ihre Stellungen gegen eine starke Übermacht der Alliierten von Januar bis Mai hielt. Deren Vormarsch auf Rom konnte somit längere Zeit verzögert werden. Am 12. September 1943 befreiten deutsche Fallschirmjäger des Fallschirmjäger-Lehrbataillons im Rahmen der Kommandooperation Eiche in einem Luftlandehandstreich mit Lastenseglern den auf dem Gran Sasso von königstreuen italienischen Truppen gefangengehaltenen Duce Benito Mussolini. Entgegen der von der Waffen-SS verbreiteten Version der Ereignisse war der SS-Offizier Otto Skorzeny lediglich als Beobachter im Auftrag Hitlers an dieser Fallschirmjägeroperation beteiligt und hätte den Einsatz fast noch zum Scheitern gebracht, da sein Gewicht an Bord des absetzenden Flugzeugs ursprünglich nicht vorgesehen war und durch seine Teilnahme das zulässige Abfluggewicht für alpine Höhen überschritten war. Ein entsprechender Hinweis vom Kommandoführer wurde von Skorzeny mit dem Hinweis auf den „Führerbefehl“ ignoriert.




Alliierte
Soldat der 101. US-Luftlandedivision beim Aufsetzen, Holland 1944Während die Deutschen im Zweiten Weltkrieg nach der Eroberung Kretas keine weiteren Luftlandeoperationen größeren Stils mehr durchführten, begannen die westlichen Alliierten gerade mit dem Aufbau von Luftlandetruppen. Die Amerikaner setzen erstmals im Juli 1943 in Sizilien Fallschirmjäger ein. Die größten Luftlandeunternehmen fanden dann im Rahmen der Invasion in der Normandie (Operation Overlord), später bei der teilweise misslungenen Operation Market Garden sowie im Frühjahr 1945 am Rhein (Operation Varsity) statt.

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