Einige Tage nach dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939 wurde Ostpolen samt Lwów (Lemberg) von der Sowjetunion besetzt, dennoch konnten einige polnische Professoren weiterhin ihren Lehrstuhl behalten. Zu der Zeit wohnten in der Stadt etwa 160.000 Polen, 110.000–150.000 Juden und 50.000 Ukrainer.
Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurde am 30. Juni die Stadt Lwów besetzt. Eine Woche vor der Einnahme der Stadt hatte das NKWD etwa 4.000 politische Gefangene in den Lemberger Gefängnissen ermordet.
Als erste deutsche Truppe erreichte um 4.00 Uhr am Morgen des 30. Juni 1941 ein Spähtrupp des I. Bataillons des Gebirgs-Jäger-Regiments 99 der 1. Gebirgs-Division, einer Elite-Truppe der Wehrmacht, kampflos die Zitadelle der Stadt, wo um 4.20 Uhr die Reichskriegsflagge gehisst wurde. Den Hauptstoß führte das III. Bataillon des Gebirgs-Jäger-Regiments 98 derselben Division unter Befehl von Major Josef Salminger. Die Rote Armee hatte die Stadt widerstandslos geräumt.
Am 25. und 26. Juni 1941 hatte es einen Aufstand ukrainischer Nationalisten gegeben, die in den Deutschen die Befreier ihres Landes von der Sowjetherrschaft sahen. Viele der Aufständischen waren vom NKWD in den Lemberger Gefängnissen inhaftiert worden. Aufgrund des raschen Vormarsches der deutschen Truppen und fehlender Transportmittel hatte sich das NKWD entschlossen, die Mehrheit der 5000 politischen Häftlinge zu ermorden. Viele waren durch Genickschuss getötet worden, andere fand man erschlagen, missbraucht, misshandelt und verstümmelt vor. Unmittelbar nach der Eroberung von Lemberg (30. Juni bis 8. Juli 1941) sind Aussagen dazu von Überlebenden der Folter und Massaker und von obduzierenden deutschen Ärzten, dem Ukrainischen Roten Kreuz und anderen Institutionen vor einem deutschen Kriegsgericht unter Eid gemacht und protokolliert worden. Viele der Leichen wurden von Wehrmachtsberichterstattern fotografiert.
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August 18th, 2009 at 11:10
Zu dem NKWD-Massaker in Lemberg finden sich Angaben in: Siegfried Schütt: Theodor Oberländer.Eine dokumentarische Untersuchung. München 1995, S. 35f. sowie bei Hermann Raschhofer: Der Fall Oberländer. eine vergleichende Rechtsanalyse. Tübingen 1962 (dort sehr ausführliche Schilderung der NKWD-Mordtaten). 1969 erschien in der DDR “Die Wahrheit über Oberländer”- man versuchte ihn in den Massenmord an Juden in Lemberg (Lwow) zu verwickeln. Nicht zu vergessen: Nach diesen Mordaktionen des NKWD ermorderte ein SD-Kommando die polnischen Professoren von Lemberg!